Knipsakademie: Workshop zur Portraitfotografie

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Knipsakademie

Auf den Portrait-Workshop von der Knipsakademie habe ich mich schon lange gefreut. Am Sonntag war es dann soweit.

Kameratasche geschnappt und auf nach Mannheim gefahren. Am Anfang hatte ich schon ein wenig Bammel. Reichen die Grundkenntnisse aus, um mit den Profis mitzuhalten oder wird das ein zäher Tag und man ist abgehängt?

Der erste positive Eindruck: nur 6 Teilnehmer, also eine kleine Gruppe, so dass man auch Gelegenheit findet sollte, Rückfragen zu stellen.

Kurze Vorstellungsrunde durch Birgit, die Dozentin. Keine Profis dabei, “nur” Semiprofis. Also aufatmen. Birgit stellt noch kurz ein paar Grundlagen vor und dann geht’s auch schon mit der ersten Übung los: “Gespräch aufrechthalten”.

Erste Lektion: Gespräch mit dem Model aufrecht erhalten

Nanu, klingt spontan nicht nach Photographie, ist aber enorm wichtig mit dem “Model” in Kontakt zu bleiben. Nichts schlimmer als sich hinter seiner Kamera zu verstecken, kein Wort zu sagen und den Fotografierten mit dem Auslöser zu erschrecken. Also: reden, reden, reden und das locker und leger während man krampfhaft probiert, seine Kamera zu bedienen. Nach 20 Minuten war die Übung vorbei und man konnte mal durchatmen.

Zweite Lektion: Emotionen

 Als nächstes kam dann das Thema “Emotionen zeigen”. Wie drückt man Emotionen aus und wie kommt das auf einem Bild rüber. Wieder 20 Minuten aufnehmen und dann Manöverkritik.

Emotionen zeigen: Nein, ich habe nichts Schlechtes gegessen...
Emotionen zeigen: Nein, ich habe nichts Schlechtes gegessen…

Bei der Manöverkritik auch immer wieder der Hinweis, auf die Umstände zu achten, also:

  • Haare
  • Kleidung (Faltenwurf)
  • Umgebung (Uups, war das Parkplatzschild schon immer da?)
  • Hintergrund (der Ast, der aus dem Kopf wächst)

Gerade bei Außenaufnahmen hat man nur einmal die Gelegenheit eine Serie aufzunehmen. Stellt man dann hinter her fest, dass auf jedem Foto etwas nicht stimmt, muss man diese Fehler im Postprocessing mühsam korrigieren (da gibt’s bei der Knipsakademie zwar bestimmt auch einen Workshop, aber Zeit kostet das trotzdem). Also besser gleich drauf achten. Und dabei ist es natürlich noch besser, wenn man die Punkte schnell im Sucher abcheckt, als nach der Aufnahme auf dem Mini-LCD-Display.

Dritte Lektion: Perspektive

Die nächste Übung dreht sich darum, dass auch Portraits an Spannung gewinnen, wenn man nicht nur aus kurzer Entfernung drauf hält, sondern durchaus einen Schritt zurücktritt und noch etwas von der Umgebung einfließen lässt. Gerade wenn dabei ein „Störer“ im Vordergrund in das Bild ragt, gewinnt das Bild an Abwechslung und wirkt nicht ganz so monoton. Damit dieser Gegenstand aber nicht zu stark ablenkt, kann man ihn wieder mit der Wahl der Tiefenschärfe in den Hintergrund treten lassen:

Robin Hood is watching you
Robin Hood is watching you

Vierte Lektion: TopDown

Meist werden Portraits „auf Augenhöhe“ aufgenommen und gerade bei Kinderaufnahmen wird empfohlen sich auf die Ebene der Kinder zu begeben, um nicht die typischen „von-oben“-Bilder aufzunehmen. Allerdings führte dies dazu, dass mittlerweile fast alle Aufnahmen „auf gleichem Niveau“ gemacht werden. Deshalb hat es wieder an Reiz gewonnen, aus dieser Vorgabe auszubrechen und eben mal wieder eine andere – ungewohnte – Sichtweise einzunehmen.

Inhalt der Übung war es deshalb, Bilder top-down aufzunehmen. Dabei ist es auch wieder wichtig, auf Kleinigkeiten zu achten:

  • Was liegt hinter dem Model auf dem Boden?
  • Bildet der Boden einen guten Kontrast zum Model?
  • Fällt nicht zu viel Schatten auf das Gesicht?

Ein besonders wertvoller Tip war für mich, beim Aufstützen die Hand nur anzulegen, sich also nicht wirklich aufzustützen. So wird verhindert, dass sich die Haut zu einem kleinen hässlich Röllchen zusammenschiebt.

Portraitaufnahme in topdown
Portraitaufnahme in topdown

Genau diese (kleinen) Tips machen den Unterschied zwsichen dem Lesen von Büchern, Webseiten und Tutorials gegenüber einem Besuch eines Workshops bei der Knipsakademie aus.

Fünfte Lektion: Streetfotografie

In der fünften Lektion ging es um das Thema Streetfotografie. Hierbei wurde insbesondere auf den Punkt „das Model in der Umgebung“ geachtet, wobei natürlich wieder wichtig war, neben dem Model auf die Umgebung zu achten.
Wir hatten uns einen Spielplatz als Übungsgelände ausgesucht. Dabei war es natürlich wichtig, keine fremden Kinder mitzufotografieren, da gerade bei Kindern die Eltern nicht gerne sehen, wenn ein Fremder sie fotografiert und dass die Fotografen an einem Workshop für Portraitfotografie der Knipsakademie teilnehmen, hätte ihre Einstellung dazu nicht geändert. Also: keine Kinder im Hintergrund. Und natürlich keine Mülleimer, kommt auch nicht gut.
Und so hat sich schnell gezeigt, wie kompliziert es sein kann, den richtigen Bildausschnitt zu haben, die richtige Perspektive und dann noch das Model bei Laune zu halten (siehe 1. Lektion).

Perspektive und Bildausschnitt gelungen
Perspektive und Bildausschnitt gelungen

Sechste Lektion: Highkey und Lowkey

In der letzten Lektion wurde dann richtig mit Equipment aufgefahren, spätestens hier steigen dann die Amateure aus
Wer kann sich schon eine Tageslicht-Studiobeleuchtung leisten? Niedlich hingegen war die Hintergundbeleuchtung mittels einer ollen Schreibtischlampe. Allerdings muß ich neidisch gestehen, dass sich das Equipment auch gelohnt hat, die erzielten Effekte waren wirklich super.

Highkey-Aufnahme
Highkey-Aufnahme
Lowkey-Aufnahme
Lowkey-Aufnahme

Work in Progress 😉

Fazit zum Workshop Portraitfotografie der Knipsakademie

Bewertung: 4,5

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